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Dort will der Jünger in Sachen Bierseligkeit aber nicht zum lokalen
Muttergottes-Standbild beten, wie es an dieser heiligen Stätte Millionen
von Mühseligen und Beladenen zu tun pflegen.
Nein: Der Pächter der "Gerichtsschenke" an der Victoriastraße verzapft
an der Marienwallfahrtsstätte ganz was anderes: Er füllt das Wasser,
das dort einem Quell entspringt, in Kanister ab. Dort, wo vor einem
Jahrhundert einer armen, frommen Bauerstochter die Mutter des Heilands
erschienen ist, gluckert nämlich segensreiches Wasser aus Hunderten
von Hähnen. Ein wahres Wunderwasser soll es sein. Erleuchtet davon
kam Volker Reizig als erster auf den Trichter, das Wunder hierzulande
zu verscheuern.
Weil sich aber vor Ort alle für lau bedienen dürfen, verfiel der
Wassermann auf einen Trick. Deziliterweise kübelt er Plastikmadonnen
damit voll, das größte Gebinde kostet satte 18 Mark. Per Gebrauchsmuster
hat sich der Zapfer die handbemalten, hohlen Stauen vom Deutschen
Patentamt zu München schützen lassen. Wohl damit ihm keiner in die
Suppe spuckt. "Mittlerweile kommen hier verschämt fromme Rentner
in die Kneipe und kaufen mal eben sechs Flaschen", berichtet er,
"aber leider kaufen die sonst nix."
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